11 typische Linoldruck-Anfängerfehler

Die häufigsten Linoldruck-Fehler von Anfängern – von verrutschten Platten bis zu verschmierter Farbe. So vermeidest du sie und bekommst saubere Drucke.

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Als ich mit dem Linoldruck angefangen habe, habe ich einfach darauf losgelegt. Das Ergebnis war, sagen wir mal, so lala. 😀 Als erstes hatte ich einen Denkfehler und habe das Motiv 1:1 auf die Linolplatte übertragen. Und zwar mit Schriftzug. Erst nach dem Druck ist mir aufgefallen, dass die Schrift spiegelverkehrt ist. Damit dir dieser Fehler nicht auch passiert, findest du hier 11 typische Anfängerfehler. Das Gute daran: Fast jeder dieser Fehler lässt sich mit ein paar kleinen Anpassungen vermeiden. Ich zeige dir die häufigsten Stolperfallen beim Linolschnitt und Linoldruck und wie du sie ab sofort umgehst.

Falls du noch ganz am Anfang stehst, wirf vorher gerne einen Blick in unsere Linoldruck Anleitung für Anfänger. Dort findest du die Grundlagen zu Material und Technik, auf die wir hier aufbauen.

Fehler 1: Die Linolplatte wird kalt geschnitten

Ein kaltes Linoleum ist hart und spröde. Das Werkzeug lässt sich nur schwer führen und rutscht schneller ab, als dir lieb ist. Viele Anfänger unterschätzen, wie sehr die Temperatur der Platte die Schnittqualität beeinflusst.

So vermeidest du es: Lege die Platte ein paar Minuten auf die Heizung oder stelle einen Topf mit warmem Wasser darauf, bevor du loslegst. Das Material wird dadurch geschmeidiger und lässt sich viel kontrollierter schneiden.

Fehler 2: Das Motiv wird nicht spiegelverkehrt übertragen

Das ist wahrscheinlich der klassischste Linoldruck-Fehler überhaupt, vor allem, wenn Schrift im Motiv vorkommt. Da beim Druck alles seitenverkehrt auf das Papier übertragen wird, steht ein nicht gespiegeltes Wort am Ende rückwärts auf der fertigen Karte.

So vermeidest du es: Übertrage dein Motiv immer spiegelverkehrt auf die Linolplatte, entweder direkt gespiegelt gezeichnet oder mit Pergamentpapier abgepaust und umgedreht aufgelegt. Bei Textmotiven lohnt sich ein zweiter Blick vor dem ersten Schnitt.

Fehler 3: Zu detailreiche Motive für den Anfang

Feine Linien, kleine Zwischenräume und viele Details sehen in der Vorlage toll aus, sind aber mit dem Schnittbesteck schwer sauber umzusetzen. Das Ergebnis: ausgefranste Kanten oder Flächen, die ungewollt ineinanderlaufen.

So vermeidest du es: Starte mit klar strukturierten Motiven, die aus wenigen, großzügigen Formen und Linien bestehen. Landschaften, einfache Muster oder reduzierte Illustrationen eignen sich für den Einstieg deutlich besser als filigrane Details.

Fehler 4: Ungleichmäßig ausgehöhlte Flächen

Wenn die Flächen, die weiß bleiben sollen, nicht gleichmäßig tief ausgehöhlt sind, nimmt die Walze an den flacheren Stellen trotzdem etwas Farbe mit. Auf dem fertigen Druck erscheinen dann ungewollte graue Schatten oder Farbflecken, wo eigentlich nichts sein sollte.

So vermeidest du es: Höhle größere Flächen konsequent und gleichmäßig tief aus, nicht nur oberflächlich. Ein zweiter Durchgang mit dem großen Flachausheber über bereits geschnittene Bereiche schadet nicht.

Fehler 5: Zu viel oder zu wenig Druckfarbe

Zu viel Farbe auf der Walze führt zu verschmierten Rändern und zugelaufenen feinen Linien. Zu wenig Farbe wiederum sorgt für blasse, lückenhafte Drucke, bei denen einzelne Stellen kaum Farbe abbekommen.

So vermeidest du es: Trage die Farbe zunächst sparsam auf die Druckplatte auf und walze sie gleichmäßig aus, bis sie ein leises, gleichmäßiges Knistergeräusch erzeugt – ein gutes Zeichen für die richtige Menge. Erst dann die Linolplatte einwalzen. Lieber zweimal dünn nachwalzen als einmal zu dick.

Fehler 6: Ungleichmäßiger Druck beim Andrücken

Wird das Papier beim Andrücken nicht überall gleich stark belastet, überträgt sich die Farbe an manchen Stellen kaum, während andere Bereiche kräftig und satt wirken. Gerade an den Rändern der Platte passiert das schnell.

So vermeidest du es: Arbeite systematisch von der Mitte nach außen und achte darauf, auch die Ecken und Kanten der Platte mit gleichmäßigem Druck zu bearbeiten. Ein Löffelrücken oder ein kleines Bügeleisen ohne Dampf helfen dabei, den Druck gezielter zu verteilen als die bloße Hand.

Fehler 7: Die Platte verrutscht während des Drucks

Wenn sich die Linolplatte beim Andrücken auch nur minimal verschiebt, entsteht ein doppelter, leicht versetzter Abdruck – aus Versehen und meist nicht besonders schön anzusehen.

So vermeidest du es: Arbeite direkt auf der Tischplatte statt auf einer rutschigen Tischdecke und fixiere die Platte beim Auflegen und Wenden mit beiden Händen. Ein kleiner Streifen Klebeband an einer Ecke von Papier und Platte kann als zusätzliche Fixierung helfen, besonders bei mehrfarbigen Drucken.

Fehler 8: Zu dünnes oder ungeeignetes Papier

Sehr dünnes Papier wellt sich schnell, reißt beim Abziehen ein oder lässt die Farbe auf die Rückseite durchdrücken. Auch stark strukturiertes Papier nimmt die Farbe oft ungleichmäßig an.

So vermeidest du es: Verwende ein etwas stärkeres, glattes Papier, das größer ist als dein Motiv. Für Postkarten und Kunstdrucke eignet sich Papier ab etwa 200 g/m² deutlich besser als normales Druckerpapier.

Fehler 9: Werkzeug wird zum Körper hin geführt

Aus Ungeduld oder Unachtsamkeit schneidet man manchmal in Richtung der eigenen Hand oder des Körpers. Mit einem scharfen Schnittbesteck ist das schnell gefährlich und zudem schwerer zu kontrollieren.

So vermeidest du es: Führe das Werkzeug immer von deinem Körper und deinen Händen weg. Die freie Hand fixiert die Platte dabei stets hinter oder seitlich der Schnittrichtung, niemals davor.

Fehler 10: Werkzeug und Walze werden nicht richtig gereinigt

Trocknet die Farbe an Walze oder Schnittbesteck ein, wird sie beim nächsten Mal nur schwer wieder sauber und Rost an unlackierten Klingen ist bei feuchter Lagerung keine Seltenheit.

So vermeidest du es: Spüle Walze und Platte direkt nach dem Drucken gründlich mit Wasser ab, solange die Aqua-Linoldruckfarbe noch feucht ist. Trockne beides anschließend gut ab, bevor du es wegräumst.

Fehler 11: Fertige Drucke werden zu früh gestapelt

Frisch gedruckte Motive sehen oft schon nach ein paar Minuten trocken aus, sind es innen aber noch nicht ganz. Werden sie zu früh gestapelt, kann die Farbe auf das nächste Blatt abfärben.

So vermeidest du es: Lasse jeden Druck einzeln und flach liegend vollständig durchtrocknen, bevor du ihn stapelst oder verpackst. Bei größeren Auflagen lohnt sich eine kleine Wäscheleine mit Klammern, um mehrere Drucke gleichzeitig trocknen zu lassen.

Du siehst: Übung macht den sauberen Druck

Kein Linoldruck gelingt beim ersten Versuch perfekt, und genau das gehört zum Charme dieser Technik dazu. 🙂 Kleine Unregelmäßigkeiten sind kein Fehler, sondern Teil des handgemachten Looks. Wenn du die Stolperfallen oben im Hinterkopf behältst, sparst du dir aber viel Frust und kommst schneller zu Drucken, auf die du stolz bist.

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